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Der folgende Artikel erschien in der
Kölnische Rundschau, Köln, am 12. Dezember 2007
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„Lumpenhund Herodes” und Hofsänger
„Sängerlust” sang Tacheles - Solist Hans Albert Demer sprach die Gefühle an
von ULRICH TONDAR Sankt Augustin. Als alle Sitzplätze in der Mülldorfer Pfarrkirche besetzt waren, wurde auch die Empore für die Besucher des Adventskonzerts des Männer-Gesang-Vereins „Sängerlust” freigemacht. Groß also waren die Erwartungen an das musikalische Ereignis, und sie wurden nicht enttäuscht. Der Veranstalter hielt, was er versprochen hatte — eine gute Mischung traditionellen Liedgutes, solistisch und als Chorgesang vorgetragen, eingestimmt durch ein behutsames Orgelspiel des in Hennef als Schulleiter wirkenden Pädagogen Edgar Zens. Im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit stand Hans Albert Demer, der sich in früheren Jahren als Bassist der Mainzer Hofsänger einen Namen gemacht hat und nun als Solist von Konzert zu Konzert eilt. Er verstand es, stimmlich und darstellerisch zu begeistern. Als Profi nutzte er geschickt die gute Akustik des schönen Gotteshauses, das von ihm gesungene „Agnus Dei”, ebenso wie das folgende Lied „Still wie die Nacht” sprachen frontal die Gefühle der aufmerksamen Zuhörer an. Chordirektor Bernd Radoch und die „Sängerlust”, unterstützt durch den befreundeten Männerchor aus der Weingartsgasse und begleitet am Klavier durch Heide Holzner überraschten das Publikum mit einem nicht immer ganz so ernst gemeinten Potpourri kölscher Weihnachtslieder mit teils drastischer Wortwahl. Da war die Rede von „Herodes, dem Lumpenhund”, eine Wortwahl, die in dem ehrwürdigem Mülldorfer Gotteshaus sonst verpönt ist. Aber die von dieser Art Chorgesang begeisterten Zuschauer wussten, wie es gemeint war und sparten nicht mit Applaus. Mit dem gemeinsam gesungenen „Tochter Zion” ging der große und froh stimmende Musikabend zu Ende.
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